Ausgabe 29

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Ausgabe #29 - Druckfrisch und ab dem 05. April im Handel erhältlich! Hier geht es zur die Heftvorschau.

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INTERVIEW: LEON HOPPE - AUSGABE #15

Hallo, hallo! Für unser großes Interview haben wir uns dieses Mal Leon Hoppe gekrallt, mit dem wir zusammen ein paar Tage auf der Straße unterwegs waren. Einige von euch haben bestimmt seinen Short Talk in Ausgabe #5 sehen und lesen können. Seither hat Leon nur noch mehr Gas gegeben, was auch der Grund war, den Typen noch genauer unter die Lupe zu nehmen. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie wir damals auf Leon aufmerksam geworden sind. Er wurde uns quasi aus der Krefelder Skateboardszene empfohlen. Man solle unbedingt mal ein Auge auf ihn richten, hieß es dort. Gesagt, getan, und aus dem „leicht“ schüchternen Leon aus der Ausgabe #5 wurde ein „großer Junge“ mit „dicken Eiern“. Seine Entwicklung beim Streetfahren und die erfolgreichen Teilnahmen im Deutschen Contestzirkus sind so steil nach oben gegangen, das wir jetzt sogar zwei Augen auf ihn richten werden – und das zu Recht! Here we go, also schaut bzw. lest jetzt selber, was bei Leon alles abgeht. Viel Spaß mit dem jungen Dude aus Downtown Krefeld.

Name: Leon Hoppe
Alter: 17
Wohnort: Krefeld
Sponsoren: Radio Bikes, Dirty Steel Industries, Bikestation Braunschweig,
Protec, The Fella BMX
BMX seit: 2009

Hi Leon, da sind wir schon wieder. Seit unserem kleinen Short Talk in Ausgabe #5 sind mittlerweile eineinhalb Jahre vergangen. Manch einer kennt dich vielleicht noch nicht, also mach’ doch mal kurz ein paar Angaben zu deiner Person. Woher kommst du, wie alt bist du und seit wann fährst du BMX?

Hallo, ich bin der Leon Hoppe, bin 17 Jahre alt, komme aus Krefeld und fahre seit ca. fünf Jahren BMX.

Damals hast du uns voller Freude erzählt, dass du bald eine Ausbildung zum Koch anfangen wirst. Ist es dabei geblieben und was zauberst du da leckeres?

Ja, dabei ist es geblieben. Ich stehe jetzt schon seit über einem Jahr hinter dem Herd und das macht immer noch richtig Bock. Momentan helfe ich viel in der warmen Küche, koche die Saucen oder bereite kleinere Speisen zu. Ich bin auf jeden Fall zufrieden mit meinem Job und könnte mir momentan auch nichts anderes vorstellen.

Wie sieht es mittlerweile mit der BMX-Szene in Krefeld aus? Hat sich da etwas verändert, oder sind die Jungs am Voltaplatz immer noch dieselben?

Einige haben leider aufgehört oder kommen einfach nicht mehr, was ich sehr schade finde. Aber die Jungs, mit denen ich damals angefangen habe, sind immer noch alle am Start. Obwohl die Szene hier im Umkreis etwas schrumpft, haben wir am Voltaplatz immer die besten Sessions.

Du bist jetzt unter anderem über Traffic Distribution offiziell im Team von Radio Bikes aufgenommen worden. Wie ist es dazu gekommen, was ist alles drin in diesem Package und fühlst du dich gut aufgehoben bei den Jungs? Erzähl mal.

Ich bin ja schon seit einiger Zeit über Traffic für Protec unterwegs und irgendwann wurde ich gefragt, ob ich nicht Lust hätte, für Radio Bikes zu fahren. Da gab es für mich natürlich keine andere Antwort als ein: Ja! Dadurch ist echt ein Traum in Erfüllung gegangen. Ich wollte schon immer Teil eines internationalen Teams sein und auf Roadtrips gehen. Ich fühle mich echt gut aufgehoben bei Radio, die kümmern sich super um mich und lassen (fast) alle meine Träume in Erfüllung gehen.

Welchen Hobel fährst du aktuell von Radio und nenn auch gleich mal alle Teile, die du verändert hast bzw. erst gar nicht brauchst?

Momentan fahr ich einfach ein perfektes Rad, es sind viele neue Radio-Bikes-Teile für 2015 verbaut und sogar einige Prototypen, die ich testen darf. Zusammen mit den Dirtysteel-Laufrädern ist es das beste Rad, das ich je hatte!

Auf der Instagram-Seite von Radio Bikes wirst du ja ordentlich gehypet. Was denkst du, woran es liegen könnte, und wie empfindest du es selber?

Hmm, gute Frage. Ich denke, die Jungs mögen mich einfach und versuchen, mich zu pushen, wo sie nur können. Ich selber finde es einfach nur Hammer zu sehen, wie viel Interesse Radio Bikes an mir zeigt, es ist einfach immer wieder cool zu sehen, wenn irgendwas über mich gepostet wird.

War ja klar. Wir kennen dich ja auch nur als Instagram- und Facebook-Junky. Ohne Smartphone läuft heute eh nix mehr [lacht]. Wie wichtig ist Instagram und Co. für dich? Meinst du, es fördert heute die eigene Kariere. wenn man viele Clips und Bilder mit den Hashtags #bmxlife oder #bmxallday postet?

Also ich persönlich finde Instagram schon sehr wichtig, ohne Instagram bekommt man in der BMX-Szene kaum etwas mit. Ich finde es einfach cool, meine Clips mit anderen zu teilen und zu sehen, wie diese ankommen. Ich denke schon, dass Instagram die Kariere fördern kann. Wenn eine Seite wie „The Come Up“ dein Video teilt. sieht es ja so gut wie jeder BMXer. Wenn man dann noch ein positives Feedback bekommt, fühlt sich das schon ganz geil an.

Wie schaut es mit dem Welcome-Clip für Radio aus? Wie weit seid ihr da und wann dürfen wir ihn endlich sehen?

Wir sind gerade dabei, die letzten Clips zu sammeln. Ich habe noch nie so viel Arbeit in ein Video gesteckt und Marcus Brückner von „20inch Connects“ hat hinter der Kamera alles gegeben. Lasst euch einfach überraschen.

Neben Traffic und Radio bist du noch für Dirty Steel Industries, Bikestation Braunschweig und Fella BMX unterwegs. Wie läuft der Support bei den Jungs ab und kommt ihr euch da nicht in die Quere mit den anderen? Was habt ihr wie gedealt?

Ja, das hört sich alles ziemlich kompliziert an, ist aber ganz einfach. Von Dirtysteel bekomme ich alles, was Radio Bikes nicht herstellt, wie etwa Laufräder. Bikestation versorgt mich einfach mit allem, was ich gerade brauche, und Fella sponsert mir die freshsten Klamotten überhaupt.

Alles in allem bist du also bestens versorgt. Hättest du vor einem Jahr damit gerechnet bzw. denkst du darüber nach, irgendwann vom BMX-Fahren zu leben und Profi zu werden?

Vor einem Jahr hätte ich nie damit gerechnet, so viele Sponsoren zu haben. Aber ob man mal davon leben kann, ist eine andere Frage? Ein Traum wäre es auf jeden Fall, mal sehen, was daraus wird.

Dieses Jahr bist du so ziemlich jeden Street-Contest mitgefahren und das auch sehr erfolgreich. Der Street Rink beim Munich Mash war sicher einer der größten davon. Erzähl mal, wie es für dich war und warum du nur knapp den Einzug ins „große“ Finale verpasst hast?

Dieses Jahr war einfach Hammer, aber der BMX Street Rink war auf jeden Fall der krasseste Event, an dem ich teilhaben durfte. Es war das erste Mal, dass ich auf so einem riesigen Event war, und ich war schon ziemlich verwundert, wie wir verwöhnt wurden. Es waren hammer Sessions auf dem besten Skatepark, den ich je gefahren bin. Mit deinen Lieblingsfahrern zu rollen, ist einfach ein unbezahlbar geiles Gefühl! Den Einzug ins große Finale habe ich echt nur um ein paar Punkte verpasst, aber ich bin mit dem 2. Platz immer noch mehr als zufrieden. Im Ganzen war das Wochenende in München eines der geilsten überhaupt.

Woran liegt es eigentlich, dass du bei den meisten Contests immer „nur“ auf dem 2. Platz landest? Ist das deine Glückszahl oder bist du noch nicht bereit für die oberste Stufe vom Treppchen?

Haha, wenn ich das nur wüsste. Es gibt halt immer bessere Fahrer. Vielleicht klappt es ja nächstes Jahr, also 2015 mit dem ersten Platz?

Als wir für unser Interview unterwegs waren, hast du Spots vor der Nase gehabt, die du vorher nie gesehen hast. Einige davon waren sogar jungfräulich und hatten nie zuvor ein BMX zu spüren bekommen. Dennoch hast du Tricks geballert als wäre es dein eigener Homespot. Erklär uns mal, was es für dich ausmacht durch die Straßen zu ziehen und neue Spots zu zerstören?

Das ist ja gerade das Geile am Streetfahren. Man findet immer neue Spots und wird vor neue Herausforderungen gestellt. Jeden Tag denselben Skatepark zu fahren, ist einfach langweilig und auch der Grund, warum ich so gerne Street fahre. Also nicht, dass ich nicht gerne im Park chille, aber als Streetfahrer geht man gleich mit ganz anderen Augen durch die Welt. Man sieht immer und überall neue Spots, die man vielleicht fahren könnte. Manchmal klappt es und manchmal nicht. Aber es ist einfach cool, seine Umwelt mit BMX-Augen zu betrachten.

Du gehörst zu der Kategorie „Fahrern, die einfach alles fahren“. Park, Street und sogar Dirt fährst du mittlerweile und hast Spaß daran. Was taugt dir denn am meisten?

Alles macht mega viel Spaß! Aber Streetfahren ist einfach das Beste und es wird nie langweilig.

Wenn wir schon mal beim Thema Dirt sind: Habt ihr in Krefeld einen guten Spot, oder wo fährst du hin, um im Dreck zu spielen?

In Krefeld gibt es einen Dirtspot direkt neben dem Skatepark, der ist allerdings etwas verkommen. Aber ich hoffe, das ändert sich im nächsten Jahr. Sonst fahr ich überall dort, wo Hügel stehen, aber am meisten Spaß hatte ich bis jetzt an den Mellowparktrails. Die sind einfach perfekt.

Wie wichtig sind dir deine Homies beim #bmxallday? Mit wem bist du da unterwegs und wie läuft so ein Tag ab? Nehmen wir mal den Samstag und wir wollen alles wissen, von morgens bis spät abends?

Meine Homies sind mir sehr wichtig. Wenn wir in der Woche oder am Wochenende fahren gehen, sind Lars Hoffmann, Marek Jenik und Daniel Bos eigentlich immer dabei. Wenn es mal weiter weg geht oder ein großer Contest ansteht, bin ich immer mit Daniel Büttgen unterwegs. Ein typischer Samstag sieht bei uns meistens so aus: So gegen 10/11 Uhr machen wir aus, was ansteht. Wenn wir uns geeinigt haben, dann schnell anziehen und ab zum Bahnhof. Dann heißt es Skateplaza fahren oder Spots suchen gehen, je nachdem, und dann werden einfach ein paar dicke Sessions gefahren und viel gechillt sowie das ein oder andere Bierchen getrunken. Meistens wird dann auch einer zum Essen- und Getränkeholen geschickt, damit alle versogt sind [lacht]. Nach dem Essen wird dann natürlich noch ’ne Runde Rad gefahren. Wenn es dann nach Hause geht, wird der Abend geplant, obwohl der eigentlich immer mit BMX-Videos und Chips bei Marek auf der Couch endet.

Mit 17 hat man doch sicher nicht nur BMX im Kopf oder? Gibt es ein Mädchen im Leben von Leon Hoppe?

Mädchen gibt es, aber eine feste Freundin habe ich zurzeit nicht [lacht].

Hast du schon einen Platz fürs Winterquartier gefunden? Wo geht’s hin bzw. wo wird gefahren?

Leider noch nicht, wir sind immer noch auf der Suche nach einem überdachten Spot. Es ist irgendwie gar nicht so einfach, was Passendes zu finden, ohne dass die Polizei nach zwei Minuten an der Halle steht oder sich sonst wer beschwert. Na ja, wenn das nichts mehr wird, dann heißt es: warm anziehen und ’nen Flatrail unter die Brücke stellen.

Wie ist dein Plan für das kommende Jahr? Auf welchen Contest werden wir dich sehen und bei welchem würdest du gerne auf jeden Fall am Start sein?

Ich bin auf jeden Fall wieder an allen großen deutschen Contests am Start. 2015 würde ich gerne auch an den internationalen Contests wie der Simple Session und dem Rebel Jam teilnehmen und hoffe, dass etwas davon klappt!

Was sagen eigentlich deine Eltern, wenn du mal wieder mit blutigen Knien oder zerrissenen Hosen nach Hause kommst und wie stehen sie zum BMX?

Meine Eltern hat das eigentlich nie gestört. Wenn mal mehrere Hosen in einer Woche kaputt gegangen sind, dann hat meine Mutter halt mal gemeckert, aber das war es auch schon. Mein Vater feiert BMX auch mega ab, er fährt mit mir fast zu jedem Contest und liest die bmxRider meist schon, bevor ich sie gesehen habe. Na ja...er hat halt den Briefkastenschlüssel [lacht].

Welcher war der bisher geilste Spot, den du #ever gefahren bist, und was hast du daran gemacht?

Einen einzelnen Spot kann ich jetzt nicht nennen, aber Prag war einfach ein reines Spotparadies. Da war dieses 14-Stufen-Uprail, das eines der krassesten Rails war, die ich bisher hochgerutscht bin.

Wenn du dieses Jahr noch mal Revue passieren lässt, welcher war der mit Abstand beste Trip und erzähl uns auch gleich, warum und was daran so geil war?

Der beste Trip 2014 war mit Abstand unser Trip nach Prag! Neun Tage Streetfahren mit den besten Kumpels, es gibt einfach nichts Besseres! Alles war einfach perfekt, gutes Wetter, perfekte Spots und mega nette Leute. Ich kann Prag nur jedem empfehlen! Wenn man die richtigen Leute kennt, kann man Spots fahren, von denen man sonst nur träumt.

Welche Kleidungsstücke haben bei dir den größten Verschleiß, wenn man diesen aufs Radfahren bezieht?

Ja, das sind auf jeden Fall die Hosen, das müsstet ihr ja am besten wissen [lacht].

Hast du neben dem Kochen und BMX noch andere Hobbys bzw. was machst du, wenn es nur am Regnen ist?

Ich fahre auch gerne mal Skateboard, aber sonst mache ich nichts anderes außer BMX-Fahren. Wenn es regnet, gehe ich momentan immer zur Fahrschule. Aber geht nicht, gibt es nicht. Man findet immer ein kleines und trocknes Plätzchen, wo man ne Runde rumrollen kann.

Welche war deine bisher schlimmste Verletzung beim Radfahren?

Ich glaub, das war so vor drei oder vier Jahren, da habe ich mir das Sprunggelenk bei einem 360 gebrochen. Das hat ziemlich lange gedauert, bis ich wieder Radfahren konnte.

Was möchtest du nach deiner Ausbildung machen und welche Pläne hast du für deine Zukunft und nach dem BMX?

Erstmal möchte ich weiter als Koch arbeiten und mich weiterbilden, meinen Ausbilderschein usw. machen. BMX-Fahren möchte ich, solange es möglich ist, und an das, was danach kommt, will ich noch gar nicht denken. BMX wird immer ein Teil meines Lebens sein. Ein Leben „nach dem BMX“ wird es also nie geben.

Entweder/oder:
Insta oder Facebook? – Instagram
Clip oder Foto? – Clip
Iphone oder Samsung? – Iphone
Plastik oder Stahl? – Plastik
Mann oder Frau? – Wenn das so gemeint ist, wie ich denke, dann Frau [lacht]
Street oder Park? – Street
Toboggan oder Bars? – beides
Mit oder ohne? – ohne
Oppo oder richtig rum? – beides
Pizza oder Currywurst? – Currywurst
Topf oder Pfanne? – Pfanne
Mama oder Papa? – beide
rot oder grün? – grün
Auto oder Bahn? – noch Bahn
Volta oder Rheinpark? – Volta
Skateboard oder Scooter? – Skateboard
Heulen oder weitermachen? – weitermachen

Sauber Leon, leider sind wir auch schon an die Grenzen deiner zwölf Seiten gekommen. Hier hast du jetzt noch ein wenig Platz, um mal ordentlich ab zu schleimen.

Yo, ich danke euch für dieses fette Interview! Danke für die Fotosessions mit Tim, es hat wie immer mega viel Spaß gemacht. Danke auch an meine Eltern, dass die das alles mitmachen und so gechillt damit sind. Danke auch an Kiesi und Dave, für die Radio-Bikes-/ProTec-Sachen. Danke an die Jungs von „The Fella“ für die freshen Klamotten und danke an den besten BMX-Shop „Bikestation“ in Braunschweig! Grüße auch an alle meine Homies aus 47 [PLZ. Krefeld]

Hammer und vielen Dank für dieses Interview Leon. Wir hoffen, dass du auch in Zukunft noch das ein oder andere kulinarische Gericht für uns bereithälst und wünschen dir weiterhin alles Gute, Digger! Bis bald.


Interview und Fotos: Tim Korbmacher

 

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