Ausgabe 29

Ausgabe 29

Ausgabe #29 - Druckfrisch und ab dem 05. April im Handel erhältlich! Hier geht es zur die Heftvorschau.

Features

DAS BANANENPROJEKT #7

Ho-Ho-Ho da ist sie wieder! Einen Tag vor Weihnachten haben wir noch das Bananen Projekt #7 aus Ausgabe #21 als Webversion am Start! Wir wünschen Euch und euren Familien ein happy bmxMas und lasst es krachen....  

 

Das Bananen Projekt #7 - Ausgabe #21

Ich holte Simon am Freitagmittag in seinem Hotel ab und war krass begeistert von seiner Wochenendbleibe. Junge, die war mitten im Düsseldorfer Medienhafen mit Penthouse Bar und Blick über den kompletten Hafen. Als ich zu Simon meinte, dass er sich vielleicht ein Bleibe in Spotnähe organisieren solle, da er leider nicht bei mir pennen konnte, habe ich nicht mit so einer Nobelhütte gerechnet. [lacht] Wie dem auch sei, das Bier in der Bar war fast umsonst und er hat sie auch zum Glück günstig und last-minute im Internet geschossen. Von hier aus waren es keine fünf Minuten mehr bis zum Spot und so machten wir uns auch gleich los, bevor es dunkel wurde. Ich war schon einige Male an diesem Ort, um BMX-Fotos zu machen. Deshalb erzählte ich Simon schon vorher von dem geilen Komplex und meinte, dass wir hier easy mit der Banane reinkämen. Wir wurden aber leider eines Besseren belehrt, denn in der kurzen Zeit seit meinem letzten Besuch hat die Stadt das komplette Gelände mit teilweise doppelten Bauzäunen verriegelt, die eingeschlagenen Fenster mit Gittern zugeschweißt und als wäre das nicht schon genug, wurden alle Übergänge und Mauern mit dicken Stacheldrahtzäunen versehe.

Planung ist also das halbe Leben, denn hätte man die Lage einfach mal etwas früher gecheckt, hätten wir da nicht mit dickem Fragezeichen gestanden und gedacht: Was nun? Ein Zurück gab es nämlich nicht, das Ding musste jetzt einfach laufen. Seit Tagen ging ich den Fahrern schon auf die Eier und für eine Open-Air-Session als Ersatz ließ das Wetter einfach keine Möglichkeit. Außerdem war Simon extra den langen Weg aus München hierher gekommen. Wir gingen also das ganze Gelände ab und fanden zum Glück doch noch einen kleinen Eingang, der bereits von anderen „Besuchern“ mit dem Bolzenschneider geöffnet worden war. Leider würde hier aber kein einziges Teil der Banane durchpassen. Wir gingen trotzdem mal rein und erkundeten die unzähligen Hallen und Gewölbe der Papierfabrik. Auf dem Dach bekamen wir sogar noch einen romantischen Sonnenuntergang geboten und beschlossen dann, auf jeden Fall zu schauen, dass wir am nächsten Tag irgendwie in diese Hallen kommen.  Im Anschluss fuhren wir wieder zurück in Simons Nobelhotel und ließen den Abend in der hauseigenen Skylounge ausklingen.

Am nächsten Tag sollte es gegen 10.00 Uhr losgehen, um soviel Licht wie möglich mitzunehmen. In den Hallen ist es nämlich nicht wirklich hell, das heißt ab 16.30 Uhr kann man da alles vergessen. Die Reaktionen der Jungs waren entsprechend: Als ich sie am Freitagabend über die geplante Uhrzeit informierte bekam ich in unserer Facebook-Gruppe von Janek zu hören: „10 Uhr? Hast du sie noch alle!“ Und bei Reuss kam auch nur ein glückliches Smiley raus. „Chill mal Maneee“, hieß es, es sei doch Wochenende. [lacht] Früh zu starten, konnten wir uns also abschminken. Und tatsächlich trafen die „Chiller“ am nächsten Tag erst um 14.00 Uhr am Spot ein. Dass sie sich später beschweren werden, dass es schon so früh dunkel wird, erwähne ich jetzt mal nicht… [lacht] Der Einzige, der zeitig am Start war, war Pesth, aber der hatte auch keine andere Wahl.

 

Wir waren schon um 12.00 Uhr am Spot und da es noch trocken war, nutzten wir die Zeit und bauten die Rampe schon mal als Wallride an der äußeren Fabrikwand unter einem Vorsprung auf. Timothy fuhr sich hier ein wenig ein, war aber noch zu verpeilt vom Abend zuvor. „Was soll’s“, meinte er, „gleich kommt ja der Reuss, der macht das schon.“ Als die Jungs dann endlich am Start waren, säuberten wir noch mal den Boden und wie angenommen, hat Reuss es dann auch gerichtet und sich ordentlich die Wand hochgeschraubt, bevor es mit dem Regen losging. Dann hieß es: abbauen und schauen, dass wir den ganzen Kram irgendwie in die Hallen bekommen. Die Lösung lag direkt auf der Hand: Wir schoben die Teile einfach über den Stacheldrahtzaun eines Seiteneingangs und konnten sie direkt durch ein kaputtes Rolltor in eine der Tausend Hallen verfrachten. Yes, das was wir am Tag zuvor nicht gesehen hatten, befand sich direkt vor uns. Die Session war also gerettet.

In der Halle hieß es dann erst mal, sich orientieren, und da es schon 15.00 Uhr war, blieb auch keine Zeit mehr, um etwaige Exkursionen zu unternehmen. Wir entschieden uns dafür, gleich am Eingang zu bleiben. Dort lag soviel Trash rum, das Janek und Markus gleich anfingen, einen Curved Wallride zu bauen, während wir anderen den Boden fegten und die ganzen Scherben entfernten. In einer anderen Ecke lag noch eine fette Kabeltrommel. Sie wurde direkt mit verbaut und schon stand der erste Spaß bereit. Es begann eine coole Session, bei der jeder die eine oder andere Kombo aus dem curved Wallride to Wallride raushaute. Felix hatte richtig Bock und wollte unbedingt eine Sequence machen. Nach wenigen Versuchen war sie auch im Kasten und alle feierten den Move. Janek hatte auch Bock und folgte mit einem Barspin aus dem zweiten Wallride. Da die Dunkelheit leider immer schneller in die Halle schlich, wurde zügig noch mal umgebaut. Reuss hatte eine „leicht“ verrückte Idee, die wir austesten wollten und so bauten wir die Teile komplett um. Von der einen Wing sollte es auf ein Plateau gehen, um die andere als Quarter an die Wall zu stellen und mit dem Schwung wieder die erste mit einem 180 zu gappen. Könnt ihr noch folgen? Ist nicht schlimm, denn nach den ersten Versuchen ist Markus nur knapp einem neuen Gebiss entkommen.

Leicht noselastig schlug er beim Warm-up auf dem Boden ein, drückte dabei seinen Lenker komplett in Richtung Vorderrad und fraß fast seinen Vorbau. Das war es dann mit dieser Option, Markus ließ es lieber bleiben. Janek war allerdings noch motiviert, fuckte sich aber ein wenig auf die fortschreitende Dunkelheit ab. Aber kein Problem, denn für solche Situationen gab es zum Glück Blitze vor Ort, die auch Dauerlicht erzeugen können. Nicht mega hell, aber für eine letzte Session würde es reichen. Die Jungs hatten – wie immer – ihr Subrosa-Flatrail im Auto, das Janek irgendwie als Subrail platzieren wollte, um aus der Wing einen Overtooth daran zu machen. Wir bauten also noch mal um: zwei Bananenteile als Wing vor eine Mauer und obendrauf das Flatrail. Das einzige Problem war die Fixierung von dem Teil. Immer, wenn er in den Overtooth sprang, rutschte das Ding nach hinten weg und Janek entkam meist nur knapp einem Rückenklatscher. Es dauerte ein wenig, bis wir endlich die physikalische Lösung gefunden hatten.

Aber danach war es kein Problem mehr und der Overtooth funzte gleich auf eins. Jetzt ging auch wirklich nichts mehr, man hat nichts mehr gesehen und das Verletzungsrisiko wäre zu hoch gewesen für weitere Experimente. Wir bauten also ab und verließen das Gelände, genau wie wir gekommen waren. Auf der anderen Seite verstauten wir wieder alles auf und in den Karren, bevor alle ihren Heimweg antraten.

Nummer #7 steht also in den Büchern und vielen Dank noch mal an alle Beteiligten. Es hat mega gebockt und auch wenn der Winter die Sessions wieder kürzer werden lässt, so lohnt es sich doch immer, rauszugehen und neue Spots zu fahren. In diesem Sinne: Wir sehen uns ganz sicher im nächsten Jahr wieder, wo und mit wem auch immer.

Fotogallerie

Ähnliche Artikel

Das Bananen Projekt #2 - Ausgabe #15

Das Bananen Projekt #2 - Ausgabe #15

Print-Archive goes online. Das Bananen Projekt #2 aus der Oktober/November ...

14

Apr

2016

Peru United - Interview mit Camilo Gutierrez

Peru United - Interview mit Camilo Gutierrez

Online Feature: Das große Interview mit Coverboy und Wahlberliner Camilo ...

06

Jun

2016

The Kid in the yellow shirt - Interview mit Pierre Hinze

The Kid in the yellow shirt - Interview mit Pierre Hinze

"The Kid in the yellow shirt" - Interview mit unserem Coverboy aus Ausgabe #13 ...

12

May

2016