Ausgabe 29

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Ausgabe #29 - Druckfrisch und ab dem 05. April im Handel erhältlich! Hier geht es zur die Heftvorschau.

Features

DAS BANANENPROJEKT #6

#dschungelbuch

Es ist mal wieder Zeit für unser Bananenprojekt und Simon Stevens von Countrybikes sowie dessen Unterstützer Monster Energie konnten es kaum erwarten, bis es wieder losging. Ständig schossen neue Kreativergüsse und Spotfotos in unsere Whatsapp-Gruppe rein. In ihr diskutieren wir über die Art des Vorhabens und darüber, welche Orte man dafür „fahrbar“ machen könnte. Am Ende entschieden wir uns einstimmig für die Natur und den Wald. Der ausgewählte Spot sprach definitiv für sich und befand sich beim bayrischen Örtchen Geretsried. Für das Projekt holten wir uns Andi Wohnig als Fahrer dazu und wussten, dass es nur gut werden konnte. Der Spot war wirklich abgefahren, aber was uns tatsächlich erwarten würde und mit welchen Problemen wir hier zu kämpfen hatten, erfahrt ihr jetzt in der nächsten Ausgabe von „countrybikes on tour“ und dem nächsten Bananenprojekt...

Es ist total verrückt: Man kann planen, wie man will, am Ende muss man doch den Deal mit dem Wetter machen. Und so wurde es wieder mal eine „Hau-ruck“-Aktion vom Feinsten. Über die Woche verteilt mussten wir unser Vorhaben bereits zwei Mal verschieben – bei einer Crew, die 600 Kilometer weit auseinander lebt, ist das ganz schön kompliziert. In diesem Fall sogar ziemlich kompliziert, da ich der Fotograf sein sollte und die Deadline schon ordentlich drückte. Am Freitag, den 04.09. passte dann alles und ich fuhr schon am Abend los, pennte irgendwo im Auto, um gegen 10 Uhr am Morgen bei Simon in Puchheim zu sein. Dort stand schon der fette Pick-up mit dem noch fetteren Anhänger und der gepackten „Banana“ bereit. Nach einem kurzen Willkommens-Cappuchino ging es mit lautem LKW-Brumm-Brumm in Richtung Spot nach Geretsried.  Wir waren als erste vor Ort und checkten schon mal die Lage. Uns war gleich klar, dass wir einiges an Vorbereitung tätigen mussten, um hier fahren zu können. Zum einen hatte es die vergangenen Tage nur gepisst, zum anderen mussten wir hier einiges an menschlichen Fäkalien entfernen, um mögliche und ungewollte Sturzerfahrungen zu vermeiden. Das hört sich jetzt beschissen an – war es auch. Der Spot war eine alte Bunkeranlage mitten im Wald, dessen Anblick wirklich sehr mächtig war. Im Inneren der von vier Seiten begehbaren Ruine tat sich ein großes eingefallenes Loch auf, welches ein wenig an den mystischen Ort der Affen aus dem Dschungelbuch erinnerte. Ringsherum war alles zugewuchert. Um noch mal auf die Fäkalien zu sprechen zu kommen: Wir hatten absolut keine Ahnung, warum hier alles eingeschissen war, und wir wollten uns eigentlich auch nicht ausmalen, welche okkulten Veranstaltungen hier nachts stattfanden. Wir haben es trotzdem getan und hegten die wildesten Gedanken… [lacht] Dieser Ort war wirklich spooky, aber das machte auch den Reiz daran aus.

Als kurze Zeit später Andi und sein Kumpel Domi am Spot eintrafen, machten wir uns gleich dran, die ganzen Einzelteile zur Ruine zu schaffen. Bereits am Eingang lachte Andi die ca. 5 Meter hohe Kante des Bunkers an, an der er die Rampe direkt platziert haben wollte, um einen Fastplant an die Wall zu ballern. Genau das macht dieses Projekt aus: Erst vor Ort bespricht man, was möglich ist und die Fahrer können selber kreativ entscheiden.

Hier fingen auch schon die angedeuteten Probleme an. Dieses Vorhaben hatte einen kleinen Haken. Die Anfahrt befand sich komplett auf einer nassen Wiese und es ging sichtlich bergauf, was das ankommen auf 5 Meter Höhe nicht wirklich einfach werden lässt. Unbeeindruckt wurde jetzt erst mal die Rampe aufgebaut und dann kümmerten wir uns um den Rest. Im Ruineninneren fanden wir einige Meter künstlichen Rollrasen sowie einen alten Ikea-Kinderspielteppich (der mit diesen Straßen drauf). Wie gesagt, wir wollten ja eigentlich gar nicht wissen, was hier sonst noch abgeht, aber all diese Sachen retteten ein wenig das Projekt und kamen wie bestellt. Mit den Teppichtstücken konnten wir schon mal gut 8 Meter der Anfahrt auslegen, damit die Reifen relativ trocken auf der Rampe ankamen. Weitere 20 Meter Anfahrt schütteten wir mit trockenem Kieselsand aus der Ruine auf. So konnte zusätzlich Grip, zum Antreten auf der Wiese generiert werden. Zum Schluss wurden die Rampenfüße noch ein wenig im Boden versenkt, um den passenden Winkel zur Wall hinzubekommen. Das war’s dann auch schon, Andi konnte anfangen, sich warmzufahren. Er musste ordentlich prügeln, um genug Schwung zu bekommen, aber nach einigen Versuchen traute er sich bereits an den Wallride und kurze Zeit später in den Fastplant. Der Shot war flott im Kasten und mehr sollte hier auch nicht mehr passieren. Happy von dieser geilen Aktion checkten wir nun den inneren Bereich der Ruine ab und legten direkt – und auch wieder einstimmig – den zweiten Spot fest.

Dabei gab es ähnliche Probleme wie zuvor. Die einzig mögliche Anfahrt war ein schmaler, matschiger Trampelpfad mit einigen Wurzeln, die links und rechts den Weg kreuzten. Neben der Beseitigung von Fäkalien gab es folglich noch viel mehr Arbeit zu erledigen. Die Rampe sollte genau in die innere Mitte des Bunkers, aber unglücklicherweise befand sich genau an dieser Stelle ein Urwald aus Brenneseln. Wir zogen Stöckchen, wer diese nun wegmachen darf, denn leider hatten alle kurze Hosen an. [lacht] Es wurde natürlich gemeinschaftlich erledigt, genau wie die Entsorgung der Fäkalien und das Begradigen und Trockenlegen der Anfahrt auch. Nach ca. zwei Stunden konnte es dann losgehen und sogar Simon und Domi gaben sich die Ehre und packten ihre Räder aus. Andi kam aber wieder am höchsten raus und boostete fette Nohands und Onefoot Can-Can‘s aus der Rampe. Dass er dabei schon durch das Loch des Bunkers jettete, beindruckte ihn weniger. Als Fotograf hatte ich jetzt leichtes Spiel und konnte ebenfalls viel ausprobieren. Ich kletterte dafür auf dem Bunker rum, wohlwissend die aufgestellten Schilder mit dicken Aufdruck „Achtung, Lebensgefahr durch Einsturz“ zu ignorieren.

Aber jetzt mal ohne Scheiß, der Spot war echt der Knaller und am Ende standen wir nur noch da und dachten wieder mal: Alter, wie fett war das bitte? Die Sonne ging nun unter und Domi beglagte sich eh über Scheiße an seinen Reifen, wir bauten also alles wieder ab und verschwanden so klamm heimlich, wie wir gekommen waren. Am Pick-up verstauten wir die Einzelteile, ließen den Tag noch einmal Revue passieren und traten kurz darauf unsere Heimwege an. Simon hatte dieses Mal die kürzeste Heimfahrt, für Andi und Domi ging es mit vollgepackter Gipsykarre direkt zum Wendelstein-Contest nach Nürnberg und ich durfte auf halber Strecke noch mal in meiner Karre pennen, bevor ich morgens um 10 Uhr wieder in Düsseldorf einschlug. Die Banane wird sich jetzt erst mal zu ihrem Erbauer, Daniel Heinkelein begeben und ein paar kleine Verbesserungen bekommen. Danke Jungs, es war mir mal wieder eine Ehre. Bis zum nächsten Mal, wo auch immer das sein wird.

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